Liebe Kollegen,
leider haben zur Zeit
schlechte Nachrichten für das Taxigewerbe Hochkonjunktur. Nicht nur die
schlechte Presse wie z.B. der Spiegel-Artikel über das Taxigewerbe machen uns
zu schaffen. Die richtig schlechten Nachrichten kosten uns bares Geld: Der
stark gestiegene Ölpreis zum Beispiel, der zusammen mit der Steuerbelastung die
Benzinpreise auf Rekordniveau treibt, wird die ohnehin schon hohen Kosten
weiter explodieren lassen. Nach dem „Mindestentgelt“ der Berufsgenossenschaft
eine weitere harte Belastung. Doch die nächste Belastung, speziell für
Mehrwagenunternehmer, wird gerade als Gesetzesvorlage ausformuliert:
Die Ausbildungsplatzumlage.
Dass diese Abgabe richtig
Geld kostet, ist zur Zeit noch weniger bekannt. Bei etwa 50 Beschäftigten kostet
diese Ausbildungsplatzumlage einen Taxibetrieb zwischen 15.000 und 20.000 Euro
im Jahr. Den genauen Betrag, den ein Betrieb zu entrichten hat, kann man auf
der Seite des deutschen Industrie- und Handelskammertages unter
www.dihk.de/inhalt/download/ausbildungsplatzabgabenrechner.xls mittels einer
geladenen Excel-Tabelle errechnen lassen.
Da Taxifahrer kein
anerkannter Lehrberuf ist, müssen alle Taxibetriebe mit mehr als 10
festangestellten Fahrern diese Umlage bezahlen - egal, ob sie gerade
Taxischein-Ausbildungsplätze anbieten oder nicht. Es gibt in dem zur Zeit
vorliegenden Gesetzentwurf praktisch keine Ausnahmeregelung. Dafür gibt es aber
eine Art Mindestbeitrag für jeden Fahrer: Da das Gesetz nur zwischen viertel,
halben, dreiviertel und ganzen Stellen unterscheidet, wird auch für einen
Aushilfsfahrer, der nur wenige Schichten im Monat fährt, die Viertelstelle bei
der Berechnung zugrunde gelegt. Dieselbe Regelung trifft natürlich auch die
Zentrale: Auch Telefonisten und Funksprecher sind keine Lehrberufe, wir sind
also auch voll dran, egal ob wir Arbeitsplätze schaffen oder nicht. Da das
Gesetz über die Ausbildungsplatzumlage ein „Drohgesetz“ ist, kann die Abgabe
nur verhindert werden, wenn die Wirtschaft insgesamt eine bestimmte Quote an
Ausbildungsplätzen zur Verfügung stellt. Diese Quote ist aber ziemlich hoch
angesetzt, so dass, wie auch beim „Drohgesetz“ Dosenpfand, mit der Erhebung der
Umlage zu rechnen ist. Ach ja, da war ja noch was: Mit der Erfassung und
Bescheidung der Ausbildungsplatzumlage werden 900 Beamte beim
Bundesvermögensamt beschäftigt. Geschätzte Personalkosten: 50 Millionen Euro
pro Jahr, lebenslanger Pensionsanspruch inklusive - Na bitte!
Eine der wenigen guten
Nachrichten in dieser Zeit kommt vom Würfelfunk: Nach Auswertung der frisch
eingetroffenen Mai-Auftragszahlen war der Mai der beste in der Geschichte des
Würfelfunks, über 10% mehr Aufträge als im letzten Jahr. Auch die Anzahl der
vermittelten Aufträge pro Wagen stieg auf den besten Wert seit 2000. Ist
vielleicht doch ein kleiner Aufschwung in Sicht?